Das Licht hinter den Wolken

Lied des Zwei-Ringe-Lands

Month: May, 2012

Gastgespräch mit FABIENNE SIEGMUND, Teil 1

Fabienne SiegmundFabienne Siegmund ist Autorin, Herausgeberin zahlreicher Anthologien und Redakteurin der Zeitschrift “Blätterwelt”. Zuletzt erschienen von ihr “Die Einhörner” beim Verlag Torsten Low, für die ich ein Gedicht von Peter S. Beagle übersetzen durfte; als nächstes wird sie dort eine Anthologie zum Thema “Tarot” betreuen. Außerdem ist Fabienne einer von momentan fünf Menschen, die das Manuskript komplett gelesen haben.

Oliver: Hallo Fabienne, freut mich sehr, dass Du Dir die Zeit nimmst, Dich ein wenig mit mir über das “Licht …” zu unterhalten.

Fabienne: Gerne. Es freut mich, ein wenig über die Hintergründe des Buchs zu erfahren. Wie und wann ist die Idee dazu entstanden? Read the rest of this entry »

Sariks Erwachen

Letzte Woche habe ich an dieser Stelle ein altes, auf Englisch geschriebenes Fragment veröffentlicht, in dem Sarik (der Zauberer im Schnee aus der ersten Szene) in seinem Wald von lange vergangenen Zeiten träumt und sich auf den Weg macht, die Wahrheit über sich herauszufinden.

Mit leichten Änderungen gibt es diese Szene auch heute noch im Roman. Sie ist etwas ernster, vielleicht etwas düsterer geworden; Bolchiak heißt nun Borchiak, Zacharis Zearis und der Avatar der Wesenheiten ist nur noch eine Statue. Die “rothaarige Frau mit den stolzen Zügen” trägt nun einen Namen, das Irrlicht noch nicht, begleitet Sarik aber auf seinem Weg, statt im Wald zurückzubleiben.

Von allen Hauptpersonen ist Sariks Motivation die schwierigste: Er muss nicht gegen seinen Willen etwas holen oder zurückbringen, er muss nicht fliehen, weil man seinen Onkel und seine Tante ermordet — ihm wird nach langer Zeit des Träumens bloß allmählich klar, dass er keine Ahnung hat, was mit ihm und der Welt eigentlich los ist. Für ihn ist “Das Licht …” vor allem die Geschichte seiner Suche nach sich selbst.

Hier geht es zur Leseprobe.

Nächste Woche: Im Gespräch mit Fabienne Siegmund.

Ein altes Fragment

Ich habe noch nie so lange an einem Buch gearbeitet. Grund dafür waren Umfang und Komplexität der Geschichte, aber auch die Tatsache, dass ich bereits so häufig versucht habe, sie zu erzählen, dass ich mehrere Monate vor allem damit verbrachte, diese alten Fragmente zu sichten und umzuarbeiten, oder wieder zu verwerfen.

Hier ist zum Beispiel eine alte (und wahrscheinlich nicht ganz fehlerfreie) Szene aus der Zeit, als ich vor allem auf Englisch geschrieben habe, um diese Ausschnitte dann in unserem Creative-Writing-Kurs vorzustellen (gut zehn Jahre ist das nun her): Pathways to Navylyn

Es handelt sich dabei um eine der ersten Szenen mit Sarik, dem Zauberer, der lange Zeit in einem magischen Wald verbrachte und darüber den Kontakt mit der Außenwelt verlor (wer mich kennt, wird unschwer erraten, woher ich dieses Motiv habe …) In veränderter Form findet sich dieses Kapitel auch im aktuellen Manuskript wieder — und nächste Woche dann auch hier auf Deutsch, zum Vergleich.

Figuren

“Das Licht …” ist mein erster Roman, der ohne eine Inkarnation von Mister Bartholomew auskommt. Dennoch werden aufmerksamen Lesern ein paar Ideen bekannt vorkommen.  Das fängt ja schon beim Namen dieser Subdomain an — gilt vielleicht aber auch für einige Figuren.

Der Zauberer im Schnee, den April im ersten Kapitel trifft, ist so jemand. Sein Name ist Sarik, und offensichtlich habe ich in den “Magiern” noch nicht alles zum Thema Magier gesagt, was ich sagen wollte. Eigentlich ist es sogar umgekehrt; Sarik ist sehr viel älter als Ravi, und Ravi war in meiner Vorstellung immer bloß eine Variante dieses anderen, ungleich mächtigeren Zauberers.

Zum ersten Mal seit “Fairwater” erzähle ich weitgehend in der dritten Person. Es gibt drei Handlungsstränge, fünf Figuren, die ich als Hauptpersonen bezeichnen würde (oder “Perspektivträger” … auch wenn das spätestens seit Martin ja einen gewissen Wettbewerbscharakter hat), und eine ziemlich große Zahl von Nebenfiguren. Eine der Hauptfiguren ist natürlich April. Eine andere ist Sarik. Ihn und die übrigen werde ich hier im Laufe der nächsten Wochen noch vorstellen.

Nächste Woche: Ein altes Fragment.