Das Licht hinter den Wolken

Lied des Zwei-Ringe-Lands

Month: January, 2013

Lesungstermine und Leserunde

Die Produktion des Buchs geht stetig voran. Der Verlag ist so freundlich, mir regelmäßig neue Versionen des Schutzumschlags und des Layouts zu schicken, und soweit ich weiß, müsste das Buch nächste oder übernächste Woche seine Reise zur Druckerei antreten.

Und mittlerweile gibt es auch schon Pläne für die Zeit danach.

Folgende Lesungstermine mit dem “Licht …” stehen bei mir schon im Kalender:

Leipziger Buchmesse:
Fr, 15.3. 10.20 Uhr, Fantasy-Leseinsel, Halle 2
Sa, 16.3. 13.00 Uhr, Ausbildbar, Halle 5, Stand C 505

Sa, 1.6. 14.20 Uhr in Neustadt, Pfälzer Buchmesse
Mi, 10.7. 20.00 Uhr in Fellbach, Stadtbücherei
Sa, 13.7. in Stuttgart, Dragon Days

Da die Messe Leipzig sich dieses Jahr leider entschieden hat, insbesondere uns Fantasyautoren das Leben wieder etwas schwerer zu machen, sind vor allem diese Termine noch mit Vorsicht zu genießen.

Zu allen Terminen folgen die Details, sobald ich sie kenne und sie von den entsprechenden Seiten bestätigt sind. Meine aktuellen Termine findet man immer auf meinem Blog.

Ab dem 29.3. begleite ich außerdem eine Leserunde auf Leserunden.de.

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Gewinnspiel Woche 4: Der heutige Buchstabe ist der siebte Buchstabe des Lösungsworts.

Hier findet ihr ihn: Auf der Karte des Zwei-Ringe-Lands. Der gesuchte Buchstabe ist der Anfangsbuchstabe des Lands, das sich ganz links unten im Eck befindet.

Gastgespräch mit SIMONE DALBERT, Teil 2

Oliver: Willkommen zurück! Letzte Woche haben wir uns ja schon über das Schreiben und Verkaufen von Büchern unterhalten. Reden wir mal darüber, was Bücher erwartet, nachdem sie über den Ladentisch gewandert sind: Du betreibst nämlich auf www.papiergefluester.com auch einen gut gefüllten Rezensionsblog. Deine letzte Jahresstatistik weist 126 gelesene Bücher aus …

Simone: Bücher sind meine Leidenschaft, ich lese und verkaufe sie nicht nur, ich könnte auch noch ständig darüber reden. Da das für meine Umwelt auf Dauer anstrengend wird, mache ich es schriftlich. Auf Papiergefluester finden sich aber nicht nur Rezensionen und Lesungsberichte, ab und an plaudere ich auch aus dem Nähkästchen. In der Buchhandlung passieren immer wieder Dinge, die dann auch im Blog landen.

Simones Geschichten aus der Buchhandlung gibt es jetzt auch als E-Book zum Einführungspreis von nur 0,99 €

O: Macht Dir das Bloggen in Zeiten von John Asht und Abmahnanwälten denn noch Spaß? Oder überlegt man sich alles zweimal, was man schreibt?

S: Um ehrlich zu sein, ist mir der Spaß im letzten Jahr mehrmals fast vergangen. Zum Glück war ich schon immer vorsichtig was Zitate und Bilder angeht, andere mussten ihr ganzes Blog durcharbeiten und teilweise löschen. Nachdem ich schon ein paar Jahre blogge, wäre das kein Spaß gewesen. Trotzdem hat man manchmal das Gefühl, dass immer jemand auf der Lauer liegt und nur darauf wartet, dass man einen Fehltritt tut. Selbst wenn man die Bücher, die man rezensiert, selbst fotografiert, ist man nicht zu hundert Prozent sicher. Ganz ohne Fotos wird das Blog aber schnell zur Textwüste. Da überlegt man sich ab und an schon, warum man das Risiko überhaupt noch auf sich nimmt. Ob man nicht einfach alles löschen sollte. Aber noch macht mir das Bloggen zu viel Spaß, ich habe über Papiergeflüster so viele tolle Menschen kennen gelernt, das möchte ich nicht aufgeben.

O: Wie sind denn Deine Gedanken zum E-Book-Markt? Ich habe mir ja selbst gerade meinen ersten E-Reader gekauft — und angeregt durch Deinen kritischen Beitrag zu Amazon bewusst keinen Kindle, sondern einen PocketBook Touch.

S: Vielen Dank! Dann hat der Artikel ja seinen Zweck erfüllt. Mit dem PocketBook Touch hast Du Dir auch einen richtig guten Reader ausgesucht. Ich lese auf dem Kobo Glo, weil die Beleuchtung schon sehr praktisch ist und hier nicht stört, wie an einem Tablet. Als Leserin mag ich E-Books sehr gerne. Ich würde nie nur noch elektronisch lesen, es gibt immer Bücher, die man anfassen, jede Seite genießen und anschließend ins Regal stellen möchte. Gerade wenn sie eine besondere Ausstattung mitbringen, wie Illustrationen oder auch ein schön gestaltetes Cover. Andere Bücher möchte ich aber einfach nur einmal lesen. Bei der Menge an Büchern die ich lese, kann ich nicht alle aufheben. Das Regalproblem entfällt bei E-Books. Bei so manchem Buch war ich auch schon froh, den kleinen Reader in der Hand zu halten, statt dem dicken Schinken. Die Einstellbarkeit der Schriftgröße ist für halbe Maulwürfe wie mich auch sehr praktisch, aber auch mit Sehhilfe kann ich so einfach schneller lesen.

Als Buchhändlerin sind E-Books etwas schwieriger. Natürlich bieten wir sie dem Kunden auch an, sowohl auf der Homepage als auch direkt im Laden. Aber das müssen wir den Kunden erst einmal bewusst machen. Viele verbinden ihre Buchhandlung nicht mit dem Internet und E-Books. Da kann man noch so viele Hinweise aufstellen und die Kunden bei jeder Gelegenheit darauf ansprechen. Dank des harten DRM haben viele Kunden auch erst einmal Probleme mit den E-Book-Readern. Die wir bisher immer lösen konnten, aber viele trauen sich wahrscheinlich gar nicht, in ihrer Buchhandlung deswegen nachzufragen. Für uns ist es auch ein ganz neues Feld, in das wir uns erst einmal einarbeiten müssen.

O: Du sitzt auch in der diesjährigen Jury der Phantastischen Akademie, die auf der Leipziger Buchmesse wieder den SERAPH vergibt. Ich finde es super, dass die Jury immer neu besetzt wird und dieses Mal auch deutlich bunter geworden ist. Wahrscheinlich darfst Du keine Favoriten nennen, aber macht die Auslese Spaß?

S: Sehr viel Spaß sogar, die Phantastische Akademie hat ja die erste Auswahl getroffen, wir müssen uns jetzt nur noch durch die Longlist arbeiten. Schon beim zweiten Buch hätte ich die Nacht durchlesen können. Weder den Verlag noch den Autor kannte ich vorher, das ist das tolle an der Jury-Arbeit. Man entdeckt Neues, das einem sonst oft entgeht. Weil man eigentlich mit den Autoren, die man kennt und gerne liest, locker das Jahr füllen könnte.

O: Wie schafft man es neben dem Bücherverkaufen und Bücherrezensieren dann auch noch, Bücher zum Vergnügen zu lesen — oder, wie geschehen, weil verunsicherte Fantasyautoren Dich um Feedback bitten?

S: Das Bücherrezensieren gehört bei mir zum Vergnügen. Rezensiert wird nur, was ich zum Vergnügen gelesen habe. Da ich nur für mein Blog und nicht für eine Zeitschrift schreibe, bin ich frei in der Auswahl meiner Lektüre. Ich lese nur, was ich wirklich lesen möchte. Es ist ein Hobby und soll das Lesen ergänzen, mir nicht den Spaß daran verderben. Deshalb wird auch schon lange nicht mehr alles rezensiert, was gelesen wurde, wie es früher der Fall war. Der Druck wurde zu groß, das Schreiben wurde zur Arbeit. Das sollte ein Hobby nie sein. Was ich für die Arbeit lesen muss, wird oft nur quergelesen. Damit bleibt auch noch genug Zeit für all das Drumherum, das die Bloggerei mit sich brachte.

O: Als jemand, dem genau das mit dem Hobby passiert ist, weiß ich gut, was Du meinst. Es sollte nie alles ausfüllen, sonst bleibt einem ja gar nichts mehr.

O: Du sagst “verunsicherter Fantasyautor”. Im Gespräch mit Diana Menschig hast Du ja schon erläutert, dass Du verunsichert warst, weil Du Dich mit “Das Licht hinter den Wolken” als klassischer Fantasyroman auf ganz neues Gebiet gewagt hattest. Als Du mir vor zwei Jahren in Leipzig auf der Buchmesse von Deinem neuen Projekt erzähltest, meintest Du, es sei schwieriger, einen klassischen Fantasyroman zu schreiben. Für mich als Nicht-Autorin schien es eher einfacher, in einer Welt mit weniger festen Regeln zu schreiben. Was machte die Arbeit schwieriger als in Deinen bisherigen Romanen?

O: Mein Eindruck war, dass die Recherche, die für Bücher wie die “Magier” oder den “Kristallpalast” notwendig war, ähnlich viel Arbeit machte, wie fürs “Licht …” einen Kontinent und eine Geschichte zu entwerfen, Namen und Orte zu erfinden usw. Die Verunsicherung rührte aber eher von der Gratwanderung, die ich versuchte: “klassisch”, aber doch “eigen” zu sein. Ich wusste ehrlich nicht, ob das, was ich für “Fantasy” halte und gut finde, auch andere Leute anspricht oder überhaupt funktioniert.

S: Es funktioniert, aber das hast Du ja jetzt auch gemerkt. Im Nachhinein, was macht Dir mehr Spaß: die Recherche einer vergangenen Epoche oder eine Welt ganz neu zu erfinden?

O: Das erste ist trotz der Arbeit etwas leichter, das zweite aber befriedigender. Dafür kann man es nicht beliebig oft wiederholen — ich kann mir nicht ständig eine komplett neue Welt ausdenken. Am angenehmsten ist es mir glaube ich, ein gut erschlossenes und ausbalanciertes Spielfeld zu haben, auf dem ich mich dann bewegen und die verschiedenen Winkel erkunden kann.

S: Es gibt einige klassische fantastische Elemente in “Das Licht hinter den Wolken”, aber mit den historischen Elementen aus dem römischen Reich und einigen Western-Elementen ist es doch kein ganz klassischer Fantasy-Roman geworden. Spielst Du gerne mit den Genre-Grenzen?

O: Das ist genau der Punkt, ich mache das tatsächlich gerne. Genauso, wie ich Musik interessant finde, die verschiedene Einflüsse zusammenbringt. Man läuft aber damit manchmal Gefahr, zu selbstreferentiell zu werden, quasi alles mit einem Augenzwinkern zu erzählen. Und gerade “typischen” Fantasylesern sagt man nach, dass sie zwar immer was Neues wollen, das Neue aber irgendwie doch so wie das Alte sein soll. Keine Ahnung, ob das stimmt — ich werde es bald merken.

S: Keine Ahnung ob ich eine “typische” Fantasyleserin bin, aber so ganz kann ich diese Behauptung nicht leugnen.

O: Geht mir selbst ja wahrscheinlich ähnlich …

S: Jedenfalls bekam ich beim Testlesen Deines Romans interessante Einblicke in die Welt eines Autors. Als Leser ist einem oft nicht bewusst, wie viel Arbeit in einer Geschichte steckt. Dafür danke ich Dir sehr, ich sehe Bücher jetzt aus einem ganz neuen Blickwinkel.

O: Danke für die Einblicke in Deine Welt! Wie gesagt, manchmal würde ich mich selbst gerne wieder mehr mit Büchern befassen, die ich nicht erst noch schreiben muss …

S: Dann würde uns Lesern aber etwas fehlen. Ich wünsche Dir, ganz egoistisch, weiterhin viele spannende Buchprojekte.

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Gewinnspiel Woche 3: Der heutige Buchstabe ist der vierte Buchstabe des Lösungsworts.

Hier findet ihr ihn: Im Gastgespräch mit Diana Menschig. Der gesuchte Buchstabe ist der mittlere Vokal des Eigennamens, bei dem sich drei ihrer Leser (und leider auch ich) an ein unter Vegetariern beliebtes Nahrungsmittel erinnert fühlten. (Ja, die Hinweise werden schwerer!)

Gastgespräch mit SIMONE DALBERT, Teil 1

Simone Dalbert, geboren 1977, wuchs im Saarland auf und studierte dort Biologie. Inzwischen lebt sie in Würzburg, wo sie eine Ausbildung zur Buchhändlerin absolvierte und noch immer in diesem Beruf arbeitet. Auf ihrem Blog Papiergeflüster lässt sie ihrer Leidenschaft freien Lauf und schreibt über Bücher und das Leben als Buchhändlerin. Kurzfassen muss sie sich in ihren Twitteraccounts @buchgefluester über das Lesen und @buchgeschichten, wo sie über Szenen eines Buchhändlerlebens in 140 Zeichen schreibt.

Oliver: Hallo Simone, freut mich, dass Du Dir die Zeit für dieses Gespräch genommen hast – ich kann mir denken, dass Du momentan sehr beschäftigt bist.

Simone: Hallo Oliver, ich danke für die Einladung! Nachdem Weihnachten, im Buchhandel immer eine trubelige Zeit, nun überstanden ist, habe ich auch wieder genug Ruhe, um mich um all die anderen Dinge zu kümmern. Wie dieses Gespräch, den Austausch mit Autoren finde ich immer wieder spannend.

O: Ich war Dir sehr dankbar, dass Du Dir im die Zeit genommen hattest, das “Licht …” zu lesen, als ich Dich darauf ansprach.

S: Du glaubst nicht, wie sehr ich mich gefreut hatte, dass Du mir so viel Vertrauen schenkst, Deine Geschichte schon in diesem frühen Entwicklungsstadium lesen zu dürfen. Obwohl wir uns immer nur flüchtig begegnet waren.

O: Das erste Mal war glaube ich auf dem BuCon, oder?

S: Das war eigentlich schon das zweite Mal, wir hatten uns vorher kurz auf den Fantasydays unterhalten. Aber da wusstest Du noch nicht, dass ich Papiergeflüster bin.

Eine Frage, die mich beschäftigt, seit ich die anderen Testleser auf dem letzten BuCon kennen lernte: Alle sind Autoren oder Verleger, abgesehen von mir. Hast Du das beim Feedback gemerkt? Gingen die anderen mehr auf technische Fragen ein?

O: Eigentlich nicht. Natürlich gab es Unterschiede in der Art des Feedbacks. Dianas war zum Beispiel sehr hilfreich, was den Informationsfluss des Romans anging. Deine hat mir zu einigen Figuren, besonders April, sehr geholfen. Wichtig war für mich, dass ihr alle vier euch die Zeit genommen habt, mir zu erklären, was bestimmte Passagen in euch ausgelöst haben, und wieso. Dazu muss man nicht selbst schreiben, aber ein wenig “out of the box” denken können. Ich kann das selbst nicht immer — bei Filmen zum Beispiel fällt es mir oft schwer, den Finger darauf zu legen, weshalb mich etwas mitnahm, und etwas anderes nicht.

S: Ich bin sehr gespannt, wie April sich in der Endfassung verändert hat. Wie liest Du als Autor Bücher? Kannst Du noch einfach eine Geschichte genießen, oder studierst Du automatisch die Schreibtechnik?

O: Die Arbeit fordert hier leider wirklich ihren Tribut. Ich lese nicht mehr so viel wie früher, und tatsächlich fällt es nicht leicht, den Autor, den Übersetzer und den Literaturwissenschaftler abzuschalten, bis alle endlich Ruhe geben. Sogenannte “Pageturner” sind oft ein Mysterium für mich.

S: Dabei hast Du schon einige Pageturner übersetzt. Wie trennst Du Deine Arbeit als Autor von der als Übersetzer? Kannst Du beides an ein und demselben Tag tun, oder gibt es Übersetzer-Tage und Autoren-Tage?

O: Es geht, wenn es sein muss, aber ich mache es nicht gern. Wenn es sich nicht vermeiden lässt, fange ich meistens mit dem an, was gerade drängender ist, weil ich morgens besser arbeite. Dann mache ich Mittagspause oder etwas anderes, um einen klaren Schnitt zu haben, und widme mich dann der anderen Arbeit. Der Idealfall sind tatsächlich Übersetzer-Wochen und Autoren-Wochen. Nach einer längeren Zeit vom einen hat man auch wieder mehr Lust aufs andere.

S: Fällt es Dir schwer, Dich beim Übersetzen auf den Schreibstil des Autors einzulassen? Oder fließt doch immer ein wenig Oliver Plaschka mit in die Übersetzung ein?

O: Es gibt immer Überschneidungen. Genauso wie andere Autoren, die man vielleicht gerade liest, den eigenen Stil beim Schreiben beeinflussen, beeinflusst man auch den Stil anderer Autoren beim Übersetzen. Das Tückische ist, dass manche Übersetzungen sogar besser werden, wenn man sich traut, sich mehr vom Original zu lösen. Letztlich ist “Stil” auch ein sehr schwer zu fassendes Konzept und spielt nicht bei jedem Auftrag eine gleich prominente Rolle. “Weit im Norden” ist aber zum Beispiel ein Roman, der sehr von der schlichten Schönheit seiner Sprache und dem trockenen Humor der Hauptperson lebt. In “Das also ist mein Leben” täuscht die bewusst kindliche Ausdrucksweise Charlies über die Abgründe hinweg, die er verdrängt hat. In beide Romane habe ich sehr viel Herzblut gesteckt.

S: “Weit im Norden” ist dank Deiner Beschreibung gerade auf meiner Wunschliste gelandet. Du wärst auch ein guter Buchhändler. 😉

O: Danke! Womit wir auch bei Dir mal zum Beruflichen kommen: Von allen Menschen, die ich kenne, die “was mit Büchern” machen, stellst Du nämlich glaube ich am meisten mit ihnen an. Zum einen bist Du Buchhändlerin, und damit für mich und die meisten Autoren so eine Art Halbgöttin …

S: Halbgöttin? Das war mir noch gar nicht bewusst, warum sind wir für euch Autoren eine Art Halbgöttinnen?

O: Na ja, ihr seid die Leute, die unsere Bücher an den Mann oder die Frau bringen. Und ich erinnere mich noch gut daran, wie es war, Buchhandlungen abzuklappern und darum zu bitten, dass sie das erste eigene Buch auslegen. Da macht man die unterschiedlichsten Erfahrungen. Eine Buchhandlung in Speyer zum Beispiel hat das Buch einfach behalten, um es sich mal anzuschauen, und nie wieder gemeldet. Ein anderer Buchhändler hat mir spontan geholfen, die erste Lesung in meiner Heimatstadt zu organisieren, und mich mit viel Enthusiasmus beworben.

S: Solche Buchhändler sind ein Segen für Autoren. Ich kann aber auch gut verstehen, wenn ein Buch nicht ins Sortiment genommen wird, die Qual der Wahl ist nicht immer einfach. Auch wenn man sich Deine Bücher wirklich nicht entgehen lassen sollte. Ich empfehle Dich immer gerne den Leuten, die “eigentlich keine Fantasy lesen”.

O: Ja, das Label habe ich seit den “Magiern” irgendwie weg … Wie viel Freiheit hast Du denn bei der Gestaltung des Sortiments und der Beratung der Kunden?

S: Zum Glück haben wir da sehr viel Freiheit. Jeder Mitarbeiter hat eine Abteilung, in der er für die Zusammenstellung des Sortiments zuständig ist. Bei mir ist das die Phantastik, wenn möglich bekommt man die Abteilung, in der man sich am besten auskennt. Aber da wir natürlich in allen Genres beraten müssen, darf jeder von uns seine ganz besonderen Lieblinge auch in den anderen Gebieten mit aufnehmen. Bücher die einem selbst besonders gut gefielen, verkauft man auch leichter und besser. Bei der Beratung der Kunden sind wir absolut frei.

Da ich in einer unabhängigen Buchhandlung arbeite, also kein großes Filialunternehmen, bestücken wir das Sortiment unabhängig von eingekauften Bestsellern. Wenn wir ein Buch besonders empfehlen, dann weil es uns auch besonders gut gefiel. Nicht, weil jemand dafür gezahlt hat, dass es als Tipp des Monats angepriesen wird.

O: Ich war dennoch sehr überrascht, als ich erstmals von der Existenz und der (vermutlichen) Macht der Vertreter erfahren habe. Klett-Cotta haben mich mal auf eine ihrer Tagungen eingeladen, zu denen den Vertretern das neue Programm vorgestellt wird. Wie aber hat man sich das dann vorzustellen, wenn die bei euch ankommen? Haben die dann ihren Koffer mit ihren Lieblingsbüchern dabei und erklären euch, was ihr anschaffen solltet?

S: Ja, das trifft es ziemlich gut. Aber wir bekommen die Vorschauen der Verlage vorher schon zugeschickt und überlegen uns selbst, welche Titel für uns interessant sein könnten. Da der Vertreter die Bücher schon gelesen hat, lassen wir uns aber gerne mal verführen, wenn er einen besonderen Tipp hat. Aber nicht alle Bücher lassen sich in allen Buchhandlungen verkaufen, wir stellen unser Sortiment abhängig von unserer Kundenstruktur zusammen, die der Vertreter natürlich nicht kennen kann. So ist das Ergebnis des Vertreterbesuchs eine Mischung aus unseren Wünschen und seinen Empfehlungen. Eine gewisse Macht haben die Vertreter damit natürlich schon.

O: Musst Du viel lesen, um up to date zu bleiben?

S: Natürlich, die Standardfrage der Kunden ist “Haben Sie das Buch gelesen?” Muss ich das verneinen und mich auf die Meinung meiner Kolleginnen oder Rezensionen beziehen, läuft das Gespräch viel schwerer, als wenn ich sie bejahen kann. Im besten Fall gefiel mir das Buch sogar, dann gibt es kaum noch ein Entkommen für den Kunden. Erzählt man begeistert von einem Buch, springt oft der Funke über und der Kunde lässt sich anstecken. Ein wunderbarer Moment, für den ich Buchhändlerin geworden bin. Ich würde nie lügen und behaupten, ich hätte etwas gelesen, wenn dem nicht so ist. Also versuche ich die wichtigsten Titel wirklich gelesen zu haben, auch wenn die Zeit leider oft nur zum Querlesen reicht. In der Menge der Neuerscheinungen ist es leider trotzdem immer nur ein viel zu kleiner Teil, den ich schaffe zu lesen. So manche Perle entgeht einem da.

Nächste Woche: Noch mehr mit Büchern. Bloggen, E-Books und Genregrenzen.

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Gewinnspiel Woche 2: Der heutige Buchstabe ist der dritte Buchstabe des Lösungsworts.

Hier findet ihr ihn: In der zweiten hier im Blog verlinkten Leseprobe. Der gesuchte Buchstabe ist der erste Buchstabe der Provinz, die das folgende Zitat vervollständigt: “reich gewandete Herrschaften aus dem Westen, aus Melnor, und dem Herzen des Strahlenden Reichs.”

Neues aus Amazonien

Amazon war in den jungen Tagen des Internets eine der wichtigsten und wertvollsten Innovationen für mich. Zum Beispiel bekam ich dort endlich “Das Volk der Lüfte” von Peter S. Beagle, nachdem ich lange vergeblich durch die Antiquariate der Region getingelt war. Auch schätze ich die Vielfalt und den Kundenservice der Plattform.

Mit dem Cloud Player hat es Amazon aber erstmals geschafft, mich vor den Kopf zu stoßen — und immer neue Beiträge werfen ein fragwürdiges Licht auf den Umgang des Konzerns mit seinen Mitarbeitern. Nachdenklich geworden durch diesen Artikel auf Papiergeflüster habe ich mir dann nach reiflicher Überlegung auch keinen Kindle gekauft, sondern einen Reader, der das offene Epub-Format unterstützt.

Dennoch ist Amazon im Internetbuchhandel nach wie vor das Maß aller Dinge. Ich kaufe immer noch regelmäßig auf Amazon ein. Und irgendwie werden die eigenen Bücher ein Stückchen realer, sobald sie auch auf Amazon eingestellt sind — so wie nun auch das “Licht hinter den Wolken”.

(Und ja, ich verdiene ein paar Cent daran mit, wenn ihr es über diesen Link hier bestellt.)

Ich begrüße es aber auch ausdrücklich, wenn ihr es einfach im März in der Buchhandlung eures Vertrauens ersteht.

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Gewinnspiel Woche 1: Der heutige Buchstabe ist der sechste Buchstabe des Lösungsworts.

Hier findet ihr ihn: Im Gastgespräch mit Fabienne Siegmund. Der gesuchte Buchstabe ist der erste Buchstabe des ersten Links im Text, der zu einem von ihr herausgegebenen Buch führt.